~Geschichten~

Gestern...

Gestern dachte sie über die Zeit mit dir nach. Eigentlich war sie doch recht schön gewesen, doch bald kamen die Gedanken wieder an all die Sachen die passierten zwischen euch beiden. Die Sachen die nie hätten passieren dürfen. Du wolltest sie so haben wie es dir passt. Du wolltest ein hellblondes Modepüppchen mit "Kindergrößen-Figur". Eine die ihren Mund hält und zu allem Ja und Amen sagt. Eine die man verarschen kann und die keine dummen fragen stellt. Doch all das war sie nicht. Und das hast du nicht verstanden. Oder du wolltest es nicht verstehen. Am Ende habt ihr diskutiert und euch gestritten. Du hast ihr böse Dinge vorgeworfen, die am Ende du selber getan hast. Sie hat so viele fehler gemacht, Dinge gemacht, die nicht gut für sie waren. Um bei dir zu sein? Um die Beziehung zu retten? Vielleicht weil sie dich geliebt hat? Hast du daran schon einmal gedacht?

Einige Sachen veränderten sich. Ihr Aussehen veränderte sich gewaltig und auch ihr Wesen. Sie wurde ruhig und misstrauisch. Vielleicht machte sie einige Sachen aus Trotz. So als wöllte sie dir zeigen, dass sie nie so sein wird wie du sie haben wolltest. Vielleicht wechselte sie deshalb ihre Haarfarbe von dunkelblond auf fast schwarz. Daran schon mal gedacht? Ihr ging es schlecht wegen dir. Sie weinte nächtelang und du warst nicht da. Eigentlich warst du nie da. Liebe macht blind, das hat sie jetzt begriffen! Und sie wird sich nie wieder für jemanden verbiegen oder verändern. Keiner hat das Recht einen Menschen zu verändern, nur weil ihm irgenwas nicht passt. Auch du nicht! In so manchen Nächten schwor sie sich, dass es das erste und vorallem letzte mal gewesen ist! Never ever!

Irgendwann warst du weg. Die Wege trennten sich und was ihr blieb, waren die Erinnerungen und ihre Freunde. Alle waren da gewesen und munterten sie wieder auf. Das Leben ging weiter bis plötzlich alles anders kam. Sie hatte die besten Freunde der Welt. Hatte. Heute errinnert sie das schwarze Bändchen an ihrem Auto an ihre besten Freunde, was traurig im Wind weht. Alles geht zu Ende und manche Sachen viel zu früh... ......

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Gedankenverloren

Gedankenverloren sitz sie auf einer Bank. Es ist spät nachts und es regnet. Wieder gehen ihr so viele Gedanken im Kopf herum. Sie wollen nicht still sein, sie beherrschen sie. Immer wieder tauchen sie auf und überfallen sie. Nun sitzt sie also wieder einmal hier auf dieser Bank. Sie kennt sie gut, war schon sehr oft hier. In ihrer linken Hand hat sie ihren kleinen Begleiter, schon seit fast 3 Jahren. Sie hält ihn sicher und fest. Voller Hass blickt sie darauf und fragt sich, wie lange sie ihn noch brauchen wird. Ein paar Monate, ein paar Jahre oder für immer? Es ging doch auch schon mal ein gutes Jahr ohne ihn. Doch die Zeiten haben sich wieder geändert. Leider! Wieder sitzt sie da, ihr laufen Tränen über die Wangen und sie merkt wie der Druck immer größer wird. Sie will es tun, dann geht es ihr doch wieder besser! Denkt sie. Oder ist das alles nur Einbildung? Geht es ihr dann nicht besser? Ist nicht der ganze Druck und Hass weg? Ist sie dann wieder das Mädchen, das sie vor so vielen Jahren gewesen ist?

Die Zeit vergeht, das Verlangen wächst, genauso wie der Hass auf sich selber und die vielen Leute, die sie im Stich gelassen haben. Wieso mussten sie sie einfach verlassen? Warum sind sie gegangen, einfach so, ohne ein Wort des Abschiedes? Haben sie einfach im Stich gelassen und sich davon geschlichen. Lassen sie alleine einfach verbluten. Sie denkt an eine Liedzeile aus ihrem Lieblingslied ...“And If I bleed, i bleed, knowing you don’t care...“. Ist es nicht so? An sie denkt doch eh kein Mensch, sie ist doch allen egal.
Schließlich packt sie ihren Begleiter aus und setzt sie an. Sie schließt die Augen und denkt sie würde fliegen. Weit weg fliegen. Sie schneidet tiefer, immer tiefer, spürt keinen Schmerz. Will nur das Blut fließen sehen. Sie will es wieder spüren. Sie will sich endlich wieder spüren. Sie spürt etwas warmes, spürt es fließen. Und sie spürt eine Wärme, Zufriedenheit, Gelöstheit. Endlich weicht all der Druck aus ihr. Endlich geht es ihr gut! Zufrieden sieht sie die frischen, blutenden Schnitte und hat ein kleines Lächeln auf den Lippen, ist in ihre Welt eingetaucht...

Exakt für 5 Minuten hält dieses Gefühl an. Dann kommen das schlechte Gewissen und der Hass auf sich selber, nicht einmal standfest zu sein. Der Hass, das sie es wieder einmal getan hat. Das schlechte Gewissen, da sie es doch Menschen versprochen hatte, aufzuhören, es nicht mehr zu tun. Doch wieder hat sie ihre Versprechen gebrochen und das macht sie noch wütender. Nichts macht sie eben richtig!

Noch lange sitzt sie in dieser regnerischen Nacht auf dieser Bank und weint. Weint und hofft, dass alles bald vorbei sein wird! Das sie bald frei sein wird! Für immer!

~September 2006~
©kleines.engelschen

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